Sonntag, 22. März 2009

Gleichniss vom Banker und dem Fischer

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte; er hatte einige große Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe. Der Mexikaner antwortete: " Nicht lange -  ein paar Stunden nur."

Warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen, fragte der Banker. Der Mexikaner sagte, die Fische reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen. Der Banker bohrte weiter: "Aber was tust Du denn mit dem Rest des Tages?" Der Fischer: "Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe im Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden, so habe ich ein ausgefülltes Leben".

Der Banker erklärte: "Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Dir ein bisschen helfen. Du solltest mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Damit könntest Du mehrere Boote kaufen, bis Du eine ganze Flotte hast. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könntest Du direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Du könntest Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Du könntest dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City, Los Angeles oder vielleicht sogar nach New York City umziehen, von wo aus Du dann Dein florierendes Unternehmen leitest."

Der Mexikaner fragte: "Und wie lange wird dies alles dauern?" Der Banker antwortete: "So etwa 15 bis 20 Jahre." "Und was dann?" fragte der Fischer. Der Banker lachte und sagte: "Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könntest Du mit Deinem Unternehmen an die Börse gehen; Deine Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Du könntest Millionen verdienen."

Der Mexikaner meinte: "Millionen. Und dann?" Darauf der Banker: "Dann könntest Du aufhören zu arbeiten. Du könntest in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit Deiner Frau halten, im Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Deinen Freunden Gitarre spielen." 

1 Kommentar:

  1. Die Geschichte läuft jetzt ganz anders:

    Der Harvard-Absolvent macht sich natürlich nicht mit dem blöden Fischer gemein, sondern mit der Insel_Regierung, und schwätzt dieser einen IWF Pakt auf. Die Regierung erhält dann einen Haufen von zinsgünstigen Krediten,erlegt den Fischern der Insel eine satte Steuer auf und läßt als erstes mal den Freihandel für Lebensmittel aus dem Ausland zu. So daß die Fischer dann feststellen, daß ihre Fische zum Verkauf nicht mehr geeignet sind, weil es für einen Bruchteil des Preises ausländisches Getreide zu kaufen gibt. Der Fischfang ist mittlerweile in die Hände ausländischer Investoren geraten, welche mit entsprechendem Kapitaleinsatz eine moderne Fangflotte einsetzen, und findet seinen Absatz nicht mehr auf der Insel, wo kein Mensch Geld ind er Hand hat, sondern im Export. Die Exporterlöse landen auf den Konten der Investoren, man überläßt der Regierung eine 10prozentige Prämie, welche sdich diese auf Privatkonten überweisen läßt. Die gesamte Insel wird von ausländischen Investoren billig aufgekauft, und der Fischer findet sich in der Fischfabrik wieder mit 14 stündiger Arbeit für soviel Lohn, daß er soeben seine Kinder ernähren kann. Sein Häuschen hat er mittlerweile verkauft und lebt statt dessen in einer Bretterbude, für die er auch noch satte Miete zahlt.

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