Donnerstag, 2. Juli 2009

Krieg ums Geld: USA gegen Europa?





Von Andreas Popp
Mittwoch, 1. Juli 2009
Warren Buffet spricht von US-Angriffen gegen Europa! / Würden alle Menschen ihr Geld jetzt in Waren und Dienstleistungen eintauschen wollen, wäre das gar nicht möglich, da es eben 12 mal mehr Geld als Werte auf der Erde gibt, die man kaufen könnte.
Warren Buffet, der Mann der die „freien“ Märkte verkörpert, wie kaum ein anderer, spricht in der letzten Zeit sehr oft Klartext über die Schattenseiten der Globalisierung, wobei ich seine Motivation dafür nicht beurteilen kann. Meldet sich bei fortgeschrittenem Alter das Gewissen vielleicht doch des Öfteren?
Die aktuelle Depression der Wirtschaft wird von Buffet sehr deutlich kommentiert. Die inszenierte Finanzkrise, die sich seit langem abzeichnet, sei seiner Meinung nach ein Ausdruck von „finanziellen Massenvernichtungswaffen“ der angelsächsischen Hochfinanz (aus London und New York) gegen Europa, China und den weiteren Rest der Welt.
Das Platzen der Finanzblase war natürlich ein Szenario mit jahrelanger Ansage und einige wirkliche Finanzsystem-Sachverständige (wie einige „Spitzenbanker“) halten sich schon seit längerem „dezent“ von den Börsenspekulationen fern, während man über die Medien als Ablenkungsmanöver natürlich gute Investorenlaune verbreitet.
Die meisten Aktienhändler und Finanzberater haben doch eh schon seit vielen Jahren den logischen Sachverstand der totalen Gier geopfert!
Anders ist es nicht erklärbar, dass nahezu niemand darüber diskutiert, dass die Geldmenge auf dem Globus ca. 12mal höher ist, als die produzierten Waren und Dienstleistungen. Dieser realwirtschaftlichen Größe von ca. 54 Billionen US-Dollar stehen offensichtlich 600 Billionen US-Dollar umherschwirrendes Geld gegenüber, natürlich meistens in Form von Wettscheinen, wie Optionen, Futures, Swaps und anderen Derivaten. In dieser modernen Welt gibt es sogar Derivate, die auf Derivate spekulieren…
Würden alle Menschen ihr Geld jetzt in Waren und Dienstleistungen eintauschen wollen, wäre das gar nicht möglich, da es eben 12 mal mehr Geld als Werte auf der Erde gibt, die man kaufen könnte.
(Für die Börsenspieler: Mir ist natürlich klar, dass diese Rechnung nicht ganz stimmt, da sich z.B. short- und long-Positionen durch die verschiedenen Wettrichtungen aufheben können aber diese Entgegnung wäre auch nur ein Ablenkungsmanöver).
Die neoliberalen Politiker erklären schon seit Jahrzehnten mit ihrem (unfairen um nicht zu sagen menschenverachtenden) Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, dass daraus überhaupt keine Gefahr droht, im Gegenteil. Um jegliches Risiko zu eliminieren, sollte man das Spiel massiv ausdehnen, was aber nur möglich ist, wenn der Staat endlich die Kontrollen der freien Marktwirtschaft abschafft, besonders des Bankwesens.
Nun ist die Blase mangels Kontrolle entstanden und geplatzt und ausgerechnet die Liberalen sagen, „dass musste ja passieren, bei dieser verfehlten Politik“?!?
Hier werden die Fakten verdreht, dass einem schwindelig wird und auch große Teile der FDP sollten sich in Deutschland bei den Bürgern förmlich entschuldigen, das sie die Situation und deren Lösungen nicht ansatzweise begriffen hatten (oder vielleicht doch(?), was noch schlimmer wäre).
Um es deutlich zu machen, auch die CDU, SPD und die Grünen haben die von der Hochfinanz vorgegebenen Dogmen mit hoher Energie versorgt und füttern nach wie vor dasselbe Spiel. Einzig die Linken vermitteln mir den Eindruck, manche Zusammenhänge zu „erahnen“, wobei die Genossen offenbar nicht erkennen, dass die sozialistischen- oder kapitalistischen Systeme nur der gewünschten Dualität dienen und beide Systeme auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen (sollen).
Die britische und/oder die US-amerikanische Hochfinanz haben auf jeden Fall schon lange diesen Crash (der real noch vor uns liegt) eingeplant, denn warum sonst hat man die faulen Kredite und andere Schrottpapiere der US-Banken in Pakete verpackt und dann z.B. über die Deutsche Bank AG an andere europäische Kapitalsammelbecken (Fonds, Lebensversicherungen usw.) verscherbelt?
Der normale Bürger, der in seine Lebensversicherungen, Aktien- oder Rentenfonds usw. für die Altersversorgung anspart, hat dann das Nachsehen, wenn diese beschriebenen Tatsachen herauskommen und die Institute reihenweise in den Konkurs gehen. Selbst wenn es gelingen sollte, diese Phase der Finanzkrise noch einmal zu schieben, bringt das gar nichts, denn dadurch würde man das Crash-Potential nur noch einmal weiter erhöhen.
Aus Indiskretionen der EU Finanzministerkonferenz kam heraus, dass allein die Europäischen Banken sogenannte „toxische“ Papiere im Preis von 18,2 Billionen Euro abschreiben müssten. Diese Zahl verschwindet regelmäßig wieder aus dem Internet. Sollte diese Summe stimmen, wäre das der Beweis, dass die Banken dieser Welt längst tot sind, auch wenn es von den Offiziellen keiner ansprechen darf.
Allein die USA stellen unter ihrem „hochgelobten“ neuen Präsidenten Obama 1 Billion US-Dollar in Form einer „Bad-Bank“ für die Stützung ihrer Banken zur Verfügung. Eine astronomische Summe und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn jenseits des Atlantiks sehen die Zahlen eher noch schlechter aus.
Zurück zum Thema… Nach dem Angriff der Hochfinanz mit den toxischen Papieren u.a. auf unser „Vereintes“ Europa fordern die Bankensystem-Sprecher nun den Nationalstaat, der dringend auf Kosten der Steuerzahler diese verfehlte globale Geldordnung retten soll.
Diese Tatsache zeigt sehr deutlich, dass sich die Globalisierung als Rohrkrepierer herausstellt, dass müsste nun auch der „verstrahlteste Mainstreamer“ langsam begreifen.
Wenn es darum geht, Arbeitsplätze ins Ausland unter dem Vorwand der internationalen Konkurrenzsituation zu verlagern, beruft man sich auf die Globalisierung, wenn es um das Auslösen von rücksichtslosen oligarchischen Spekulanten der Banken geht, soll der Nationalstaat zahlen.
Eine angepeilte vereinigte Welt unter der Führung einer globalen Regierung kann nur den Todesstoß der verschiedenen Volksstrukturen bedeuten.
Die „kleine“ EU ist nicht einmal in der Lage, eine einheitliche Bankenaufsicht hinzudeichseln, aber wir sprechen von G8 oder G20 Gipfeln, wo sich die Staatsrepräsentanten zur Lösung der Weltprobleme treffen. Es ist einfach nur lächerlich!
Wir sollten uns schnellstens darauf besinnen, wieder regionale Staaten zu formen, die eigenverantwortlich agieren. Es muss Volksentscheide geben, die man natürlich auch ehrlich und gradlinig gestalten kann, wie es früher einmal in der Schweiz üblich war, als man sich noch nicht durch den IWF-Beitritt dem US-Zentrischem Geldsystem unterworfen hatte. Wir müssen die Regionalökonomie und den Schutz der Binnenwirtschaft wiederentdecken, was man in den Medien böswillig als „Protektionismus“ bezeichnet.
Die sozialen Spannungen innerhalb der primitiv zusammengezimmerten EU könnten dramatische Entwicklungen mit sich bringen und die Forderungen für positive Veränderungen können nur an die nationalen Regierungen gerichtet sein. Das EU Parlament, irgendwelche G8 Gipfel oder internationale Ausschüsse werden auch zukünftig keine sinnvollen Entscheidungen im Interesse der Menschen fällen können, das haben sie eindrucksvoll bewiesen.
Der Druck auf die Politiker sollte erhöht werden und zwar in jeder Stadt oder Gemeinde, aber auch an den Regierungssitzen der nationalen Staaten, also Berlin, Paris, Wien usw. Die „demokratischen“ Wahlen bringen da wenig in dieser verfahrenen Situation, denn die Volksvertreter sind längst nicht mehr ihrem Gewissen gegenüber verpflichtet, sondern vor allem den Lobbyisten, in deren Konzerne noch gern ein paar „Aufsichtsratspöstchen“ „mitgenommen“ werden.
Durch eine korrekte Judikative könnte Deutschland wieder zum Rechtsstaat werden, wie wir es meiner Meinung nach zuletzt vor 1914 hatten. Dazu müssten sich die Gerichte streng an die Gesetze halten, statt die Normen permanent nach irgendwelchen Machtvertretern „auslegen“ zu müssen.
Rücksichtslose oligarchische Spekulanten, oder deren Vertreter, wie man sie z.B. in verschiedenen Vorständen diverser privater Großbanken findet, muss die Keule des Rechtstaates genauso treffen, wie Händler von Kinderpornografie oder andere Verbrecher.
Diese Aussagen haben nichts mit „antieuropäischer Propaganda“ zu tun, sondern mit Vernunft! Mir sind meine Freunde in Frankreich, Griechenland, England, Irland usw. im Gegenteil viel zu wertvoll, als dass man sie weiterhin gegeneinander durch die gesteuerte Politik aufhetzen lässt.
Die Abgeordneten der Bundesrepublik Deutschland könnten in einer souveränen Entscheidung nach dem Grundgesetz alle wesentlichen Entscheidungen im Interesse des Volkes treffen. Das kann ganz praktisch aussehen:
  • Man könnte z.B. den genmanipulierten Nahrungsanbau verbieten und gleichzeitig die Stilllegungen von Nutzflächen aufheben, um dort gesunde Landwirtschaft zu betreiben.
  • Man könnte auch wieder eine einheimische Währung einführen und die Binnenwirtschaft damit schützen, was die Dogmatiker als Protektionismus bezeichnen.
  • Die Einführung einer gerechten Geldordnung und eines entsprechenden Bodenrechtes würde ganz schnell alle Probleme beseitigen.
  • und so weiter…
Man sagt uns doch permanent, dass wir ein souveräner Staat wären und eigenverantwortlich entscheiden können. Versuchen wir es doch einfach einmal.

http://www.mmnews.de/index.php/200907013207/MM-News/Kriegs-ums-Geld-USA-gegen-Europa.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Endgame der Film