Freitag, 10. April 2009

Abwrackprämie

Die deutsche Abwrackprämie ist ein sensationeller Erfolg - für die Anbieter von Kleinwagen aus dem europäischen oder asiatischen Ausland. Die Zeche zahlt der deutsche Steuerzahler!

Die deutsche Abwrackprämie ist ein sensationeller Erfolg - für die Anbieter von Kleinwagen, und die produzieren vor allem im europäischen oder asiatischen Ausland.

Und die Umweltprämie kommt die Steuerzahler teuer zu stehen, denn insgesamt 5 Mrd. Euro müssen für maximal 2 Millionen Fahrzeugkäufe bereitgestellt werden. "20% auf alles - außer Premiumfahrzeuge", könnte es in Abwandlung der Praktiker-Werbung heißen, denn die Anbieter aus dem gehobenen Fahrzeuggenre wie Audi, BMW und Mercedes können die Schrottprämie zum Anschieben ihrer Verkäufe kaum nutzen.

Gefragt sind derzeit Fahrzeuge von 10000 bis 15000 Euro, und da haben die Premiumanbieter einfach nichts zu bieten.

Dennoch profitieren alle, die in irgendeiner Weise von der Automobilbranche als wichtigster deutscher Industrie abhängen. Ohne Abwrackprämie wären Produktionskürzungen, Kurzarbeit und Entlassungen sowie Insolvenzen in der Autoindustrie, aber auch bei den Zulieferern aus der Elektronik-, Kunststoff- und der Maschinenindustrie noch weit gravierender ausgefallen als ohnehin schon.

Natürlich wird der Anteil der Importmarken am deutschen Markt in diesem Jahr kräftig in die Höhe schnellen, weil die von der Abwrackprämie angesprochenen privaten Käufer bevorzugt in den niedrigen Preisklassen zuschlagen werden.

Vor allem die Gewinner von heute aber werden im nächsten Jahr zeigen müssen, dass sie die staatlich finanzierte Überbrückung genutzt haben, ihre Kostenstrukturen geordnet nach unten zu fahren. Die Premiumanbieter, traditionell stark im Firmenkunden- und Dienstwagengeschäft, werden dagegen kaum mit weitergehenden Absatzeinbrüchen über das bisher schon erlebte Maß zu rechnen haben.

Alle eint die Hoffnung, dass die Bodenbildung in der globalen Konjunktur und vor allem in der automobilen Welt noch in diesem Jahr vonstattengeht. Denn letztlich entscheidet das Auslandsgeschäft, nicht die Abwrackprämie, darüber, ob die Kapazitäten in Deutschland wieder ausgelastet werden können.

Nur etwa ein Fünftel der weltweiten Autoproduktion deutscher Hersteller wird im Inland abgesetzt. So, wie die deutschen Exporteure derzeit mit am stärksten unter dem Absturz der Nachfrage leiden, so werden sie bei einer Stabilisierung oder gar Wiederbelebung der Auslandsmärkte auch wieder überdurchschnittlich profitieren.

Ausgeweitete Abwrackprämie kostet jährlich 200 Millionen Euro Zinsen. Bund der Steuerzahler appelliert an den Bundestag, die Ausweitung der Abwrackprämie zu stoppen. Andere Sektoren leiden darunter, dass durch die Abwrackprämie Nachfrage in den Autosektor umgeleitet wird.



Der Bund der Steuerzahler fordert den Deutschen Bundestag auf, die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der Abwrackprämie nicht durchzuwinken.

„5 Milliarden Euro Schulden für die wirtschaftspolitisch völlig verfehlte Abwrackprämie bedeuten für die Steuerzahler Zinslasten in der Größenordnung von 200 Millionen Euro jährlich. Eine Kreditaufnahme von 5 Milliarden Euro entspricht einem Schuldenzuwachs von rund 158 Euro in jeder Sekunde des Jahres 2009“, erläutert der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Dr. Karl Heinz Däke.

Der Deutsche Bundestag sollte deshalb keine Sekunde zögern und die Erhöhung dieser Subvention von derzeit 1,5 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro parlamentarisch verhindern.

Das Grundproblem – die bestehenden Überkapazitäten im Autosektor – wird durch die Abwrackprämie nicht gelöst, sondern nur über den Wahltermin hinaus kaschiert.

Umso länger Abwrackprämien gezahlt werden, umso dramatischer wird der Rückgang der Autonachfrage dann ausfallen. Gleichzeitig leiden andere Sektoren darunter, dass durch die Abwrackprämie Nachfrage in den Autosektor umgeleitet wird.

Die Klagen des Einzelhandels, der Reeder und der Autowerkstätten belegen das.„Die Büchse der Pandora muss geschlossen werden. Im Namen der Millionen von Steuerzahlern gehört die Abwrackprämie abgewrackt. Alles andere wäre unverantwortlich“, fordert Däke.


Keine Umweltprämie für das City El

Hersteller von Elektroautos schaut in die Röhre

Durch die Umweltprämie können Produzenten von Kleinwagen ihren Umsatz kräftig ankurbeln. Nur einem Hersteller ist momentan gar nicht nach lachen zumute: der Citycom AG aus Aub im Landkreis Würzburg. Wer deren Elektroautos kaufen will, bekommt keine Abwrackprämie.

Sein Konzept hat Erfolg: Seit 1995 hat der Chef des Elektroautoherstellers, Karl Nestmeier, gemeinsam mit seinen 18 Mitarbeitern rund 6.000 der einsitzigen Elektroautos produziert und verkauft. Und seit es die Abwrackprämie gibt, kann er sich vor Interessenten kaum mehr retten: Innerhalb weniger Wochen erkundigten sich Hunderte Anrufer nach den Cityels - so heißen die Modelle der Citycom AG.

Doch allen Interessenten muss Nestmeier dieselbe Botschaft übermitteln: Wer eines seiner Elektroautos kaufen möchte, darf nicht auf die Umweltprämie hoffen. Denn die erfordert den Kauf eines Autos, das mindestens vier Räder hat. So steht es in den sogenannten Zuwendungsvoraussetzungen des Bundeswirtschaftsministeriums. Die dreirädrigen Elektroautos von Karl Nestmeier sind damit ausgeschlossen.

Keine Reaktion vom Bundeswirtschaftsministerium

So schnell wollte der Chef der Citycom AG allerdings nicht aufgeben und fragte deshalb beim Bundeswirtschaftsministerium nach, ob man sich dort der Benachteiligung bewusst sei.. Eine Antwort hat Nestmeier bis heute nicht bekommen. Auch eine schriftliche Anfrage des Bayerischen Rundfunks, ob man an eine Änderung der Richtlinie denke, damit auch Produzenten von Elektroautos von der Abwrack- oder Umweltprämie profitieren könnten, blieb bislang unbeantwortet. Stattdessen sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Telefon wörtlich, es gehe ja nicht darum, den Absatz von Elektroautos zu fördern, sondern vielmehr die großen Halden bei den großen Automobilherstellen abzubauen.

"Wir fühlen uns ausgeschlossen"

Nestmeier kann die Regelung des Gesetzgebers nicht nachvollziehen. "Wir fühlen uns ausgeschlossen als Unternehmer. Seit Jahren kämpfen wir für die Themen Elektromobiliät, Schadstoffemissionsreduzierung, Energieverbrauchsreduzierung, sind auch Marktführer in diesem Bereich und dann wird so ein Unsinn aufs Papier gebracht." Eine Möglichkeit, die Richtlinie zum umgehen, sieht Nestmeier indes nicht. "Auch wenn wir beispielsweise aus dem Vorderrad einen Doppelreifen machen oder das Ersatzrad als viertes Rad hinten hin hängen würden – wir könnten aus unserem dreirädrigen Elektroauto keinen vierrädrigen Pkw machen.

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